Peru – Salkantay – Machu Picchu

Bereits in Deutschland hatten wir uns überlegt die Besichtigung des Machu Picchus mit einer mehrtägigen Wanderung zu verbinden. Klassischer Weise wird die, am Fuße des Machu Picchus gelegene Stadt Aguas Calientes über eine teure Zugverbindung von Cusco aus erreicht. Als günstigere Alternative bietet sich eine Busfahrt nach Hidroelectrica und eine mehrstündige Wanderung entlang der Bahnstrecke an.

Für alle abenteuerbegeisterten Besucher gibt es darüber hinaus noch drei weitere, meist geführte Touren. Der Inka Trail folgt einem alten Inka-Pfad vom Ufer des Rio Urubamba und endet nach viertägiger Wanderung direkt am Sonnentor von Machu Picchu. Der Inka Jungle Trail bietet im tiefergelegenen Regenwaldgebiet verschiedene sportliche Aktivitäten wie Mountainbiking, Rafting und Ziplining verteilt auf mehrere Tage an. Wir haben uns jedoch für den Salkantay Trail entschieden und damit für die anspruchsvollste Wanderung.

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Salkantay

Der Trail führt uns durch die Cordillera Vilcabamba in Sichtweite des Salkantaymassivs (6264 m) auf über 4600 m und anschließend in den höher gelegenen Teil des Regenwaldes der Anden.

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Tag 1 – Wanderung

Am ersten Tag wurden wir mit dem Bus zum Startpunkt der Wanderung nach Challacancha (3600 m) gebracht und wir lernten unsere 20-köpfige Wandertruppe sowie die beiden Guides Aurelio und Freddy kennen. Nach einem kurzen aber heftigen Anstieg verlieft der Wanderweg bis zum ersten Zeltplatz (3900 m) entlang eines angelegten Bewässerungskanal angenehm flach. Am Zeltplatz angekommen, halfen wir beim Aufbau der Zelte, während der peruanische Koch das erste Mittagessen zubereitete. Neben den beiden Guides und dem Koch, bestand das Begleitteam noch aus einem Küchengehilfen und einem Pferdeführer. Dank der Pferde konnten wir fünf Kilogramm unseres Reisegepäcks abgeben und mussten auch die Zelte und Kochutensilien nicht selber tragen.

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Bergsee Humantay Ccocha

Vom Essen gestärkt, ging es am Nachmittag zu dem 300 m höher gelegenen Bergsee Humantay Ccocha. Beim Aufstieg zum See macht sich zum ersten Mal die Höhe bei uns bemerkbar. Wir waren schnell außer Atem und mancher klagte über leichte Kopfschmerzen. Doch die Aussicht auf den hellblauen Gletschersee und die schneebedeckten Berggipfel im Hintergrund ließen schnell die Nebenwirkungen der Höhe vergessen.

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Die erste Nacht auf 3900 m war die kälteste auf der gesamten Wanderung und wir waren über unsere warmen Schlafsäcke sehr dankbar. Bevor wir uns in die Zelte zurückzogen, konnten wir noch den Aufgang des Supermondes, der die Landschaft in fast taghelles Licht tauchte, bewundern. Nach einer kurzen Nacht und gestärkt durch einen warmen Coca-Tee machten wir uns an die längste und anstrengendste Etappe. Ein knapp vierstündiger Anstieg führte uns auf den Salkantay-Pass auf 4630 m. Wobei die letzten hundert Meter der Wegstrecke nur dank vermehrtem Kauen von Cocablättern und im Schneckentempo bewältigt wurden. Die Blätter des Cocastrauchs werden vorwiegend von der Andenbevölkerung gekaut und helfen gegen die Höhenkrankheit, da sie die Sauerstoffaufnahme verbessern. Auf dem Pass angekommen wurden wir mit einer grandiosen Aussicht auf den heiligen Berg der Inkas belohnt und schossen die obligatorischen Gruppenfotos. Ein 18 km langer Abstieg brachte uns nach Collpapampa (2850 m), wo die Zelte für die zweite Nacht aufgeschlagen wurden. Während wir anfangs noch zwischen Gletschern und Geröllhalten wanderten, wechselte die Vegetation mit abnehmender Höhe in einen fast tropischen Regenwald.

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Die Route des dritten Tages verlief stetig absteigend und weniger anspruchsvoll im Regenwald entlang des Rio Sta. Teresa. Unterwegs konnten wir Grenadillas, eine Frucht ähnlich der Maracuja, direkt von den Bäumen pflücken und essen. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit die heißen Quellen von Cocalmayo zu besuchen und die müden Beine zu entspannen. Frisch regeneriert und einige Biere später wagten wir uns mit Rudy, Noehli, Jordan und Roberto in die örtliche Disco „Gringo“. Dort versuchen wir uns unter Anleitung unserer peruanischen Freunde am Salsa und dem lateinamerikanischen Tanzstil allgemein.

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Der vierte Tag startete actionreich und bei perfektem Wetter. Über fünf, bis zu einem Kilometer langen Ziplines kreuzten wir das Tal bei Santa Teresa in luftiger Höhe und mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Dabei konnten verschiedene Figuren und Positionen geflogen werden, die teilweise kopfüber und nicht immer ganz unverkrampft absolviert wurden. Anschließen brachte uns ein Bus nach Hidroelectrica, von wo aus wir die letzten 8 km nach Aguas Calientes entlang der Zugschienen und zu Fuß zurücklegten. Dort angekommen bezogen wir unser Hostel und beim Abendessen wurden die Eintrittskarten für Machu Picchu am nächsten Tag verteilt.

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Der Wecker schmiss uns um 4:00 morgens aus dem Bett und wir starteten eine halbe Stunde später mit dem Aufstieg. Der treppenartige Weg führte uns direkt zum Eingang der Ruinenstadt, die wir pünktlich mit dem Öffnen der Tore erreichten. Macchu Picchu wird nicht zu Unrecht die Stadt in den Wolken genannt. Als wir ankamen waren große Teile der Anlage wolkenverhangen. Unser Guide Aurelio führte uns denn noch eine gute Stunde lang zu den wichtigsten Orten der Ruine und erklärte uns deren Bedeutung. Anschließend verabschiedeten wir uns von der Gruppe, da wir ein Ticket für die Besteigung des Huayna Picchu gebucht hatten. Die Ruinenstadt wird von den beiden Berge Huayna Picchu und Machu Picchu Mountain flankierte. Da die schmalen Wege zu deren Aufstieg nur eine geringe Anzahl von Besuchern zulassen, müssen im Voraus Tickets erworben werden. Leider verschlechterte sich das Wetter zusehens und ein leichter Nieselregen setzte ein. Oben angekommen befanden wir uns zwar über eine von mehreren Wolkenschichten, konnten aber von Machu Picchu nichts mehr erkennen. Da es wegen der Nässe doch ziemlich kühl wurde entschieden wir uns wieder für den Abstieg.

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In der Hoffnung auf eine Wetterbesserung entschieden wir uns ebenfalls die Inka-Brücke und das Sonnentor zu besichtigen. Somit verstrich die Zeit und wir waren schon über zehn Stunden auf der Anlage, als sich plötzlich erste blaue Flecken am Himmel auftaten. So konnten wir miterleben, als plötzlich die abziehenden Wolken den Blick auf die Ruinenstadt freigaben und die tiefstehende Sonne für ein magischen Licht sorgte.

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Und zum Schluss, unserer Videoblog zum Salkantay Terk:

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