Argentinien – Ushuaia

Via Flugzeug verließen wir Santiago de Chile und flogen in das über 2000 km südlicher liegende Punta Arenas. Die 130.000 Einwohner-Stadt liegt an der Magellanstraße im südlichen Teil Patagoniens und bildet den unteren Zipfel des amerikanischen Kontinents – weiter südlich befindet sich nur die Inselgruppe Tierra del Fuego, zu Deutsch Feuerland. Sowohl das chilenische, als auch das argentinische Staatsgebiet erstreckt sich über einen senkrechten Streifen der Regionen Feuerland und Patagonien. Der argentinische Teil wird dabei von endlos weiten, windigen und kargen Steppen geprägt, während die chilenische Seite von der Westküste mit ihren steilen und zerklüfteten Andenausläufern beherrscht wird. Punta Arenas bietet ein Tor in diesen abgelegenen Winkel der Erde und stellte mit Temperaturen um 5 °C einen krassen Kontrast zu den sommerlichen Bedingungen in Santiago und Valparaíso dar. Da die Stadt wenig touristische Attraktionen zu bieten hatte erledigten wird einige Einkäufe und besuchten einen Friseur. Der ältere Herr arbeitete mit akribischer Sorgfalt und Ruhe und ließ sich auch durch unsere Anmerkungen und Wünsche nicht wirkliche beeinflussen. Die Resultate konnten sich dennoch sehen lassen. Da wir über das Internet keine wirkliche passenden Hostels gefunden hatten machten wir uns zu Fuß auf die Suche nach einer Unterkunft. Mehr oder weniger zufällig landeten wir beim vierten Anlauf in einer gemütlichen Hütte, in der, dank eines durchgängig laufenden Ofens in der Küche, eine mollige Wärme herrschte – genau das richtige für unsere erste Nacht in Patagonien. Abends kochte unser Host auf eben diesem Ofen Königskrabben für seine Familie.

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Am zweiten Tag erreichten auch Maren und Maxi unser Hostel. Wir hatten die beiden Mädels aus dem Saarland bereits in San Pedro de Atacama kennengelernt und uns für den Patagonientrip wieder verabredet, da wir vor hatten eine ganz ähnliche Strecke zu bereisen. Da Punta Arenas außer einer Pinguinkollonie auf der Isla Magdalena weiter nicht viel zu bieten hatte buchten wir einen Bus nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Während der zehnstündigen Busfahrt überquerten wir die Magellanstraße auf einer Autofähre und passierten zum ersten Mal auf unserer Reise die argentinische Grenze.

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Schneeregen und dichter Nebel begrüßten uns in Ushuaia und sorgten für eine vorweihnachtliche Stimmung, die wir mit heißer Schokolade und frisch gebrühtem Kaffe zelebrierten. Zum Glück wechselte das Wetter und ließ an unserem zweiten Tag eine Wanderung zum Martial Gletscher zu, der uns mit einer guten Aussicht auf Ushuaia und den Beagle Kanal überraschte. Der Gletscher selber war eher ein großes Schneefeld, aber wir konnten einen kleinen Schneemann bauen.

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Am folgenden Tag hatten wir einen strahlend blauen Himmel und entschieden uns eine vierstündige Katamaranfahrt am Nachmittag zu unternehmen. Die Bootsfahrt durch den Beagle Kanal führt uns bei perfekten Witterungsbedingungen an einigen Inseln vorbei. Als das Schiff am Rande der ersten Insel vorbeifuhr konnten wir eine große Kolonie brühtender Kormorane beobachten. Die Farbe ihres Gefieder erinnert stark an Pinguine, da ihre Bäuche weiß und ihre Flügel schwarz sind. So ist eine Verwechslung aus weiter Entfernung durchaus möglich aber spätestens, wenn sich die Kormorane in die Lüfte erheben, sollte Klarheit herrschen.

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Die nächste Insel, die unser Kapitän ansteuerte, wurde von Seelöwen bewohnt, die sichtlich die Sonne genossen. Hier konnten wir kleinere Raufereien und Rangfolgenkämpfe erkennen und den Big-Boss beim Relaxen bewundern – die fette Sau! 😉

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Auf der Fahrt zur Pinguin-Insel kamen wir noch an einem schönen Leuchtturm auf einer kleinen, einsamen Insel vorbei. Mit den Bergen im Hintergrund  wurde dieses Postkartenmotiv direkt auf unseren Kameraspeicherkarten verewigt.

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Mit bis zum 20 Knoten Geschwindigkeit (37 km/h) näherten wir uns der ca. 80 km von Ushuaia entfernten Pinguin-Insel. Neben einigen Eselpinguinen, mit orangenen Schnäbeln und Füßen, sahen wir zahlreiche Magellanpinguine und auch einen Königspinguin. Uns war es leider nicht gestattet die Insel zu betreten, aber das Boot fuhr so dicht an den Strand der Insel, dass man die Tiere mit bloßem Auge sehr gut erkennen konnten.

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Auf der Rückfahrt hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf Ushuaia und die dahinterliegende Gebirgskette im Abendlicht. In einiger Entfernung konnten wir sogar Wasserspritzer und für einige Augenblicke auch die Schwanzflosse eines Buckelwals sehen.

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Am dritten Tag mieteten wir uns ein Auto und fuhren über einen Pass mit guter Sicht auf den Lago Fagnano und anschließend über eine abenteuerliche Schotterpiste zu einem unberührten Küstenabschnitt in der Nähe des Puerto Harberton, der ehemaligen Farm einer Schafzüchterfamilie. Außer einigen wilden Pferden und einem Gaucho begeneten wir hier nicht vielen Leuten, konnten aber die wilde Natur am Ende der Welt bewundern.

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Im Chiko Restaurant gab es chilenisch/argentinische Künche mit wunderbar leckeren und frischen Gerichten mit viel Fisch und Meeresfrüchten.

Unterkunft Punta Arenas: Hostal Independencia

Sehr klein und gemütlich mit einem großen alten Ofen, der 24 Stunden am Tag läuft und die Küche ordentlich aufheizt. 10.000 chilenische Peso (14,40 €) für ein Bett im Haus ink. Frühstück und 5.000 Peso (7,20 €) pro Person und Nacht wenn man im Garten zeltet. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, super freundlicher Host.

Unterkunft Ushuaia: Hostel Refugio del Mochilero

Mittelgroßes Hostel mit großer Küche und freundlichen Mitarbeitern. 300 – 325 argentinische Peso (18,00 € – 19,50 €) pro Person und Nacht im Sechsbettzimmer. Nette Atmosphäre mit gemeinsamem Empanada-Backen.

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