Argentinien – Nationalpark Los Glaciares

Patagonien ist mit seinen wilden Bergen und tollen Landschaften ein Eldorado für Wanderer, Kletterer und Menschen, die allgemein gerne draußen in der Natur sind. Nachdem wir mit Feuerland die südlichste Spitze Patagoniens bereist hatten, planten wir die nächsten zwei Wochen im Zentrum der Region zu verbringen. Auf der argentinischen Seite stand der Nationalpark Los Glaciares mit dem Perito-Moreno-Gletscher und dem Berg Fitz Roy ganz oben auf unserer Liste. Als Ausgangspunkte für Ausflüge und Wanderungen fuhren wir daher nach El Calafate und El Chalten. Die beiden Städte liegen rund 200 km voneinander entfernt und erschließen den südlichen sowie den nördlichen Teil des Nationalparks.

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Zusammen mit Maren und Maxi mieteten wir uns ein Auto und fuhren von El Calafate aus zum beeindruckenden Perito-Moreno-Gletscher. Dieser Gletscher gehört zu den wenigen in der Welt, die trotz Klimaerwärmung ihre Eismasse relativ konstant halten können. Der nur wenige Kilometer weiter nördlich liegende Upsala-Gletscher wird in diesem Zusammenhang häufig als Beispiel herangezogen, in welch kurzer Zeit gewaltige Eismassen durch den Temperaturanstieg schmelzen können. So verlor der Upsala-Gletscher in den letzten 30 Jahren über 10 km an Länge.

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Da es bei unserer Ankunft stark regnete, blieben wir noch einige Zeit essend und kartenspielend im Wagen, bevor wir uns zu den gut befestigten Aussichtplattformen des Moreno-Gletschers aufmachten. Der Anblick des mächtigen Gletschers mit seinen tiefblauen Farben war für uns alle ein fantastisches Erlebnis. Die Kalbungsfront des Gletschers erstreckt sich dabei über eine Länge von fast fünf Kilometern und kann von der gegenüberliegenden Halbinsel aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet werden. Die Höhe der Front erreicht dabei bis zu 70 m. Während unseres Besuchs konnten wir auch einige Kalbungen sehen und hören, da sich der Gletscher mit einer Geschwindigkeit von fast 800 m im Jahr in den Lago Argentino schiebt und sich daher regelmäßig größere Eismassen donnernd vom Gletscher lösen und ins Wasser stürzen. Auf dem Rückweg stoppten wir mehrere Male um die Aussicht auf den Lago Argentino fotografisch festzuhalten. Der See wird von mehreren Gletschern gespeist und hat daher eine tolle intensive blaue Farbe.

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Am nächsten Tag starteten wir früh in Richtung der kleinen Ortschaft El Chalten, die am nördlichen Rand des Nationalparks liegt. Bei alpinem Flair und Temperaturen zwischen 0 °C und 10 °C gab es eine große Anzahl von Tageswanderungen, die direkt im Ort beginnen. Da die Wettervorhersage für den Tag vergleichsweise gut war, unternahmen wir eine sechsstündige Tour zur Laguna Torre. Leider blieb die Gipfel des Fitz Roy und des Cerro Torre wolkenverhangen und wir konnten nur die Silhouetten erahnen.

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Die nächsten beiden Tag waren ziemlich verregnet, sodass wir außer einem Ausflug an den Wasserfall Chorillo del Salto nichts weiter unternahmen. Nachdem sich das Wetter gebessert hatte, nahmen wir den vierstündigen Aufstieg zur Laguna de los Tres in Angriff. Auf dem Weg dorthin kreuzten drei seltene Huemul (Südandenhirsche) unseren Pfad und schienen dabei weniger scheu. Auf dem letzten Kilometer bis zum See setzte ein starker Wind und Schneefall ein, wodurch wir auch hier keine freie Sicht auf die zackigen Granitberge bekamen. Um unsere Chancen noch zu steigern zelteten wir Jungs an der Laguna Capri, während die Mädels das Hostel bevorzugten. Nach einer frostigen Nacht – dem Härtetest für unser Equipment – nahmen wir am nächsten Morgen Weihnachtsgrüße für euch auf, leider wieder ohne den Fitz Roy im Hintergrund.

Die Weihnachtstage verbrachten wir wieder in El Calafate und lernten die sehr leckere patagonische Küche kennen. Im Restaurant Buenos Cruces aßen wir am Vorweihnachtsabend unter anderem gegrilltes Lamm, eine Spezialität Patagoniens. Das Lamm wird dabei an einem großen Spieß über mehrere Stunden über glühenden Kohlen gegrillt und wird dadurch sehr zart und butterweich. An Heiligabend kochten wir dann aber wieder selbst und zauberten unter den erschwerten Bedingungen der Hostelküche ein drei Gänge Menü. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns leicht verkatert von den Mädels, die auf ihren Flug nach Buenos Aires mussten.

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