Chile – Torres del Paine

Er steht auf der Liste eines jeden Patagonienreisenden: der Nationalpark Torres del Paine, was in der Sprache der Ureinwohner „Türme des blauen Himmels“ bedeutet. Aufgrund der hohen Popularität des Parks und der Tatsache, dass aktuell in vielen Staaten Weihnachtsferien sind, waren viele Campingplätze bereits seit Monaten ausgebucht und wir mussten eine Alternativroute zu den bekannten O- und W-Touren wählen. Wir versuchten dennoch unser Glück zwischen Weihnachten und Neujahr und fuhren mit nur einer sicher vorab gebuchten Nacht von El Calafate rüber nach Chile zum Parkeingang. Dort angekommen, konnten wir mit Hilfe eines Parkmitarbeiters die für uns besten Wandertouren besprechen und zwei weitere Nächte an einem anderen Campingplatz reservieren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Unser erster Wandertag begann früh morgens um kurz nach 2 Uhr. Der Plan war es nämlich, kurz vor Sonnenaufgang am Lago Torres mit Blick auf die berühmten Bergspitzen zu sein und dieses eindrucksvolle Bergpanorama in besonderem Licht zu erleben. So starteten wir also in einer mondlosen Nacht mit Taschenlampen bewaffnet den dreistündigen Aufstieg. Erst auf den letzten Metern trafen wir auf andere Frühaufsteher, die vom näher gelegenen Campamento Torres losmarschiert waren. Mit dem Sonnenaufgang verfärbten sich die Wolken über den Granitzacken in Rosa- und Orangetönen und schufen eine beeindruckende Atmosphäre, für die sich das frühe Aufstehen gelohnt hat. Wir konnten beobachten, wie eine immer größer werdende Fläche der Gipfel vom Sonnenlicht beschienen wurden und der Tag langsam anbrach. Nach über zwei Stunden zwangen uns die eisigen Temperaturen und der starke Wind zum Abstieg in unser Ausgangscamp. Dort gönnten wir uns zwei Stunden Schlaf und kräftigende Nudelsuppen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Gegen Mittag starteten wir zur zweiten Etappe des Tages und wanderten zum 13 km entfernten Campamento Seron. Das Terrain war deutlich flacher als zuvor und der Weg führt uns durch traumhafte Wald- und Wiesenlandschaften entlang des Rio Paine. Letztere erschienen fast weiß, da für die Margeriten gerade Blütezeit war. Erschöpft und zufrieden erreichten wir unser zweites Nachtlager und schlugen unser Zelt auf.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei Smaragdsittichen geweckt, die in einem hohlen Baum direkt neben unserem Zelt nisteten. Wir folgten weiter dem Lauf des Rio Paine flussaufwärts in Richtung des Campamento Dickson. Die Überquerung einer Hügelkette gestaltete sich als schwieriger als gedacht, da der extrem starke Wind ein Vorwärtskommen fast unmöglich machte. An einer kleinen Lagune sorgte der Wind dafür, dass große Gischtwolken aufgewirbelt wurden, in denen die Sonnenstrahlen einen Regenbogen erzeugten. Gegen Mittag weitete sich das Tal und wir hatten einen fantastischen Ausblick auf die schneebedeckten Berge der Cordillera de Paine. Nach einer Mittagspause in der hoch stehenden Sonne machten wir uns auf den Rückweg und zelteten eine zweite Nacht im Campamento Seron.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit leichtem Sonnenbrand und weiterhin optimalem Wetter wanderten wir am letzten Tag zum Eingang des Parks zurück. Während der Weg durch ein, von einem Feuer abgestorbenes Waldgebiet führte hatten wir eine gute Sicht auf die Torres Berggipfel zu unserer rechten Seite. Statt vieler Wanderer trafen wir auf dem Weg neben einem Zwerggürteltier auch mehreren Darwin-Nandus.

Um das Warten auf den Bus für die Rückfahrt etwas zu verkürzen folgten wir vom Parkeingang der Hauptzufahrtsstraße bis zur Laguna Amarga, um nochmal einen neue Perspektive auf die Berggruppe zu bekommen. Leider zogen die Wolken über dem Nationalpark und wir erreichten Puerto Natales am frühen Abend mit einsetzendem Regen. Bei guter chilenischer Hausmannskost konnten wir den Kalorienbedarf, den über 80 Wanderkilometern erzeugt hatten, langsam wieder decken und Abschied von Chile nehmen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s